Arbeitsgemeinschaft Berufungspastoral der Orden

Die Evangelischen Räte: Regeln für ein geistliches Leben

Wer in einem Orden lebt, verspricht radikal für Gott und den Nächsten da zu sein. Jesus hat seinen Jüngerinnen und Jüngern viele Ratschläge gegeben, wie sie ihr Leben und ihren Glauben in seiner Nachfolge gestalten können. Als besonders hilfreich haben sich im Laufe der Geschichte drei Regeln erwiesen: Das Leben in Armut, Keuschheit und Gehorsam. Alle Ordensleute verpflichten sich auf diese sogenannten „Evangelischen Räte“. Sie haben sich als die umfassendsten und tragenden Haltungen im Blick auf die entschiedene Nachfolge Christi bewährt. Das gilt nicht nur für Ordensleute, sondern im Prinzip für Christen. 

Sie befreien von inneren und äußeren Zwängen und helfen so, Gott ungeteilt zur Verfügung zu stehen. Wer den Evangelischen Räten folgt, folgt Christus so, wie es im Evangelium gelehrt wird. Die Gelübde sind also ein Hilfsmittel, um sich ganz und gar mit Christus zu verbinden, die leidenschaftliche Liebe zu ihm zu verwirklichen. Sie machen frei vom „man muss“ oder „man soll“, weil Gott das Maß aller Dinge und die bedingungslose Liebe der Antrieb einer jeden Tat ist.